Prüfungsangst

Angst, sie ist ein Überbleibsel aus unserer Evolution. Innerhalb kürzester Zeit wird der Körper durch Stresshormone auf Flucht oder Kampf vorbereitet. Was für den Steinzeitjäger lebensnotwendig war, ist in der modernen Zeit scheinbar unnütz.

Nun einige hilfreiche Tipps im Umgang mit Prüfungsangst:

Sich optimal aufregen

Prüfungsangst weist auf ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und Bewältigungsmöglichkeiten hin. Prüfungsangst an sich ist normal! Erst ihr Übermaß wird zum Problem. Aufregung aktiviert Menschen (macht sie munter). Zu viel Aufregung verringert dagegen die Flexibilität, weil dann nur noch einfache Flucht- und Angriffsreaktionen zur Verfügung stehen. Erstreben Sie also nicht allzu viel „Coolness“, sondern finden Sie lieber den für Sie optimalen Mittelweg und machen Sie diese Angst zu Ihrem Verbündeten.

Selbstwertgefühl steigern

Obwohl manche Körperreaktionen dies nahe legen, sind Prüfungen kein Angriff auf Ihr Leben oder Ihre Gesundheit. Machen Sie sich bewusst, dass Prüfungen vor allem darauf abzielen, Ihre Leistung zu bewerten. Prüfungsangst ist somit eine Variante der Bewertungsangst. Zu ihr passt es nicht, sich wie ein Steinzeitmensch im Angesicht eines Säbelzahntigers zu verhalten. Wenn Sie sich vor und bei Prüfungen übermäßig ängstigen, spricht einiges dafür, dass Sie Ihr Selbstwertgefühl stark von der Meinung anderer Menschen abhängig machen. Vielleicht haben Sie ein hohes Perfektionsstreben und betrachten jeden Misserfolg als Beweis Ihrer Minderwertigkeit. Da Prüfungen immer wieder vorkommen können, lohnt es sich, Ihr Selbstwertgefühl auf eine stabilere Basis zu stellen.

Verantwortung für das Prüfungsergebnis vernünftig verteilen

Der Ausgang einer Prüfung hängt meistens von mehr als einem Faktor ab. So spielen besonders bei mündlichen Prüfungen persönliche Sympathien und Antipathien, die Tagesverfassungen des Prüfers und das Verhalten eventueller Mitprüflinge eine Rolle. Es ist daher lebensfremd, das Prüfungsergebnis nur Ihren Leistungen oder nur dem Faktor Glück zuzuschreiben. Indem Sie die Verantwortung wirklichkeitsgetreuer verteilen, motivieren Sie sich, an den Dingen zu arbeiten, die Sie selbst verändern bzw. beeinflussen können. Hierzu gehört auch der Versuch, die Rahmenbedingungen der Prüfung eigenen Bedürfnissen anzupassen.

„Katastrophen“ zu Ende phantasieren

Viele Prüfungskandidaten gehen davon aus, dass die Welt zusammenbricht, wenn sie nicht bestehen. In der Regel geht das Leben aber weiter und finden sich Lösungen für die neuen Situationen. Manchmal hilft es daher, sich nicht nur die Katastrophe vorzustellen, sondern sich auch die Folgezeit auszudenken. So können Sie sich selbst vor Augen führen, dass wichtige Menschen (Eltern, Freunde, Partner) Sie wegen einer durchgefallenen Prüfungen nicht verachten oder verlassen werden. Außerdem hält das Leben Alternativen bereit (Wiederholungsprüfungen, andere Berufswege). Helfen Sie sich mit dem Satz „Umwege verbessern die Ortskenntnis“ und „Es gibt keine Misserfolge, sondern nur nützliche Erfahrungen“.